Südlichster Punkt Europas auf Gavdos: Entdecke das Kap Tripiti
- David Neumeyer

- 14. Dez. 2025
- 5 Min. Lesezeit

Ein Wahrzeichen der besonderen Art, das typisch für Gavdos ist: Ein großer hölzener Stuhl markiert den südlichsten Punkt Europas und symbilosiert grenzenlose Freiheit. Jeder, der schon einmal an diesem Ort gestanden und den Blick in die unendliche Ferne gerichtet hat, wird genau dieses Gefühl verspürt haben. Das Kap Tripiti ist ein spektakulärer Ort, über den es einiges zu berichten gibt.
📖 Inhalt
#1 Ist Gavdos wirklich der südlichste Punkt Europas?
Ja, Gavdos kann tatsächlich als südlichster Punkt Europas bezeichnet werden. Geografisch gesehen ist Gavdos die südlichste Insel Europas, nur 35 Kilometer südlich von Kreta. Zwar liegen z.B. die kanarischen Inseln noch weiter südlicher, diese werden allerdings nur politisch zu Europa gezählt und werden geografisch dem afrikanischen Kontinent zugeordnet. Ähnlich verhält es sich mit Zypern, das geografisch nicht zu Europa zählt. Der südlichste Punkt des europäischen Festlandes liegt übrigens in Punta, Spanien.
#2 Anreise zum Kap Tripiti - südlichster Punkt Europas auf Gavdos
Um zum Kap Tripiti zu gelangen, muss selbstverständlich erst einmal die Insel Gavdos erreicht werden. Falls du wissen möchtest, wie du nach Gavdos kommst, hilft dir dieser Blogartikel weiter. Gavdos ist ausschließlich von der Nachbarinsel Kreta erreichbar. Fähren von Chora Sfakion und Paleochora bringen dich nach Gavdos. Das Kap Tripiti selbst kann nur zu Fuß erreicht werden. Ausgangspunkte zur Wanderung nach Tripiti befinden sich in Vatsiana und in Korfos. Beide Ortschaften sind mit dem Auto oder auch per Bus (nur in der Saison) erreichbar. Von dort aus führen leichte bis mittelschwere Wanderwegege in ca. 2 Stunden zum Ziel. Beachte, dass es auf dem Weg keine Möglichkeiten gibt die Wasservorräte aufzufüllen. Der Weg von Korfos lässt sich einfacher laufen, da der Weg besser präpariert ist. Unmittelbar vor dem imposanten Felsenkap wartet ein schöner Felsen- und Kiesstrand auf die Ankömmlinge. Das Wasser ist glasklar und lädt zum baden ein. Bei geringer Strömung kann man auch problemlos unter dem Felsenkap hindurch schwimmen. Der Name des Kaps leitet sich von den drei auffälligen Gesteinsbögen ab. Bei genauerem Hinsehen erkennt man in der Ferne bereits den hölzernen Stuhl, der sich am Ende des Kaps befindet. Um dorthin zu gelangen, muss man den Felsvorsprung erklimmen. Am Stuhl angekommen, heißt es nur noch genießen. Vor dir wartet das endlose Meer und ein Gefühl der Freiheit. Das nächste Stück Land - die Nordküste Libyens- befindet sich ca. 260 Kilometer entfernt.

#3 Der Strand von Tripiti - Badeparadies am südlichsten Punkt Europas
Ein Ausflug nach Tripiti lohnt sich nicht nur wegen seiner geografischen Besonderheit, sondern auch wegen der landschaftlichen Schönheit. Das zeigt sich, sobald man am Strand von Tripiti ankommt. Ein traumhaft schöner Strand, der sich wie eine Sichel vor dem berühmten Felsenkapp entlang zieht. Das Wasser ist glasklar und schimmert im schönsten blau. Reinste Qasserqualität lässt dich unter Wasser Meter weit blicken. Eine perfekte Gelegenheit, um nach der anstrengenden Wanderung dorthin eine Abkühlung zu erfahren. Da der Strand aus Steinen und Kieseln besteht, muss man beim Hineingehen ins Wasser ein wenig aufpassen. Ein weiteres Naturschauspiel befindet sich direkt hinter dem Strand: Eine Salzpfanne. Um nach Tripiti zu gelangen, führt der Weg meist direkt durch die Salzebene hindurch. Dir wird sofort auffallen, dass der Salzton am Boden sehr schmierig ist, selbst nach vielen Monaten der Trockenheit. Im Winter, sobald stärkere Regegüsse auftreten, füllt sich die Ebene mit Wasser. Durch den Zustrom von Flüchtlingen in den letzten Jahren hat sich der Strand stark verändert. Die Flüchtlingsboote im Sand vermitteln ein Bild von Flucht und Verzweiflung. Es ist ein Anblick, der einen innehalten und nachdenken lässt. Solange weiterhin so viele Migranten in Südgriechenland ankommen, werden diese Boote am Strand von Tripiti bleiben. Wenn du mehr über die Flüchtlingssituation auf Gavdos und die Auswirkungen für dich als Reisender erfahren möchtest, findest du weitere Informationen in diesem Artikel.
#4 Der Hölzerne Stuhl am Kap Tripiti - das Wahrzeichen des südlichsten Punktes Europas
Am Kap Tripiti erwartet dich ein ganz besonderes Wahrzeichen: der berühmte Holzstuhl, der den südlichsten Punkt Europas markiert. Der Stuhl steht auf einem massiven Holzsockel und blickt auf das endlose Blau des Libyschen Meeres. Er zieht Reisende aus aller Welt an. Mit einer Höhe von über zwei Metern ist er seit langem eines der bekanntesten Symbole von Gavdos und ein Ort, den kein Besucher der Insel verpassen sollte. Der ursprüngliche Stuhl wurde im Jahr 2000 von einer Gruppe osteuropäischer Einwanderer aufgestellt, die seit vielen Jahren auf Gavdos leben. Er sollte mehr als nur ein geografischer Marker sein, sondern auch Entspannung und Lebensfreude symbolisieren. Worte wie «Relax», «Smile» und «Happiness» wurden in die Holzverkleidung eingraviert und fangen die ruhige, fast meditative Atmosphäre von Tripiti perfekt ein. Der Standort des Stuhls bietet einen atemberaubenden Blick über das Libysche Meer.

Für viele Besucher ist es ein besonderer Moment, hier zu verweilen, den Blick über das endlose Blau schweifen zu lassen und einfach die Weite des Ortes auf sich wirken zu lassen. Im Laufe der Jahre ist der Holzstuhl auch zu einem der beliebtesten Fotomotive auf Gavdos geworden, einem Ort, an dem Reisende Erinnerungen an die wilde und unberührte Natur der Insel festhalten. Aber das Leben als Stuhl am südlichsten Punkt Europas ist kein leichtes. Starken Winden, intensiver Sonneneinstrahlung und salziger Seeluft ausgesetzt – und täglich von Dutzenden von Besuchern bestiegen – begann der Stuhl langsam, sein Alter zu zeigen. Große Teile der Holzverkleidung fielen im Laufe der Zeit ab, und sogar die Betonkonstruktion im Inneren begann zu bröckeln. Nach mehr als zwanzig Jahren war eine Renovierung unumgänglich. Im Jahr 2024 wurde das Wahrzeichen am Kap Tripiti schließlich restauriert. Das grundlegende Stahlgerüst blieb unverändert, aber die Betonhülle und die Holzverkleidung wurden komplett erneuert. Die Arbeiten wurden jedoch etwas großzügiger als zuvor durchgeführt. Die neuen Beton- und Holzschichten sind deutlich dicker, was die Abmessungen des Stuhls spürbar verändert hat.
Das Ergebnis ist kaum zu übersehen: Der Sitz ist nun rund 40 Zentimeter höher, während die Rückenlehne etwa 30 Zentimeter weiter in den Himmel ragt. Insgesamt ist der Stuhl im Vergleich zu seinem Vorgänger um etwa 70 Zentimeter gewachsen. Wer schon beim Besteigen des alten Stuhls Schwierigkeiten hatte, braucht nun etwas mehr Mut – oder eine helfende Hand. Bei der Wiedereröffnung stand sogar eine kleine Leiter daneben, die jedoch kurz darauf auf mysteriöse Weise verschwand.
Auch etwas anderes ist verschwunden. Die kleinen, liebevollen Inschriften des alten Stuhls – wie das bekannte „Smile and happiness“ – sind nicht mehr da. Vielleicht finden in Zukunft neue Worte ihren Weg auf das Holz. Bis dahin steht der Stuhl höher denn je und markiert weiterhin den südlichsten Punkt Europas und erinnert die Besucher daran, dass auch Sehenswürdigkeiten wie auch die Einwohner auf Gavdos von Zeit, Natur und den Elementen geprägt sind.













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